Die Diesellokomotiven der Baureihe
D311 / V188 / 288

(DR: Baureihe D311 - DB: Baureihe V188/288)

Geschichte und Einsatz

Technik und Aufbau

Eisenbahndienst

technische Daten

Lebenslauf

Betriebsbuchauszüge

Fahrplan/Dienstplan

Bilder

Farben

Klang einer V188 (900kB)

Modell V188

Literatur

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Geschichte und Einsatz

Etwa 1936 wurde Krupp der Auftrag gegeben, schwerste Eisenbahngeschütze mit einer Reichweite von ca. 40 km zu entwickeln. Neben diversen Eisenbahngeschützen der Kaliber 28 cm und 35 cm, entstanden bei Krupp die riesigen Eisenbahngeschütz "Dora" und "Eiserner Gustav" mit 80cm Kaliber. Diese Geschütze waren die Größten Kanonen der Welt. Mit einer Rohrlänge von 32,48m verschossen diese Geschütze die größten Artilleriegranaten, die es jemals gegeben hat. Hitler:..."meine stählerne Faust"...

Gleichzeitig mit dem Entwicklungsauftrag über das Eisenbahngeschütz "Dora" und "Gustav" erhielt Krupp ebenfalls den Auftrag und die Mittel, um auch die zu dem Transport erforderlichen Traktionsmittel zu entwickeln und zu bauen. Die bislang vorhandenen Wehrmachtsdiesellokomotiven waren dafür allesamt noch viel zu schwach. So griff man auf den eben erst für den Schnellzug Paris-Nizza-Express eingeführten dieselelektrischen 4.200PS Motor zurück, der für diese Aufgaben bestens geeignet war. Die Zugmaschinen für diese Geschütze sollten gleichzeitig auch die Energie für die Aufbaukräne zur Erstellung der Feuerstellung, den Strom für die beiden Munitionszüge und den Strom für die Mannschafts- und Maschinenwagen liefern. Deshalb die Entscheidung für den Dieselelektrischen Antrieb.

Die Planungsphase begann 1937. Anfang 1942 war die Dora einsatzbereit.
Die Typenbezeichnung wurde auf D311 festgelegt, also Doppellokomotiven mit je 1050 PS Leistung auf zwei vierachsige Fahrgestelle. Krupp lieferte mit den Typen D311.01 a/b bis D311.04 a/b insgesamt acht Fahrzeughälften. Die
Fahrzeuge mit den Fabriknummern 2198/2199 und 2200/2201 wurden am 22. Oktober 1941, die Maschinen 2468/2469 und 2470/2471 am 25. August 1941 ausgeliefert. Es sollten noch zwei weitere Einheiten gebaut werden, die aber wegen der Zerstörung der Fabrikations-Anlagen während der Luftangriffe auf Essen nicht mehr vollendet werden konnten.
Nach dem Einschießen auf dem Truppenübungsplatz Rügenwalde/Pommern kam sie auf die Halbinsel Krim, zur Beschießung der Festung Sewastopol. Dampflokomotiven der Baureihe 50 zogen diesen aus mehreren Teilen zusammengestellte Geschützzug an die Front. Die Kanone musste aufgrund ihres großen Gewichtes von 1350 t auf zwei parallel laufenden Gleisen
gefahren werden. Aufgebaut wurde sie in der Senke des extra angelegten Erdhügels. Zum Feuern wurde sie in eine dafür angelegte Schießkurve mit den zwei Dieselelektrischen Lokomotiven D311 01a/b und D311 02a/b bewegt.
Die als "Walli" bezeichnete V188 kam auf der Halbinsel Krim zum Einsatz. Sie rangierte mit Ihrer Schwestermaschine das größte je gebaute Eisenbahngeschütz, die Dora. Des weiteren diente sie zur Energieversorgung der gesamten Geschützeinheit. Das Geschütz verschoss 7-t- Geschosse mit einer so enormer Sprengkraft, dass ein sowjetischer Munitionsdepotbunker 30 m unter dem Erdboden bei der Belagerung von Sewastopol zerstört wurde. Das Geschütz rollte zur ballistischen Ausrichtung auf einer "Schießkurve"
zweier paralleler Gleise, auf zwei nebeneinander laufenden vielachsigen Schwerlastwagen als Lafette. Der millimetergenaue Verschub (einen Drehkranz hatte die Lafette nicht) erfolgte mit den beiden zugeteilten
D311 Seite an Seite. Während der Schießpausen wurden diese Loks zum Rangieren von Nachschubzügen eingesetzt. 
Zwar waren die Loks umspurbar, doch rollten sie auf Normalspur zu ihren Einsätzen.
Nach erfolgreichem Beschuss von Sewastopol sollte das Geschütz zur Belagerung von Leningrad eingesetzt werden. Ein Vorrücken der Rotarmisten ließ dieses Vorhaben zunichte werden. Das Geschütz wurde überhastet abgebaut.

 

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Technik und Aufbau

Mechanik von Krupp: Jede Fahrzeughälfte bekam ein starres, vierachsiges Fahrgestell, auf dem je ein Motoraufbau und
ein Führerstand aufgebaut wurde. Es waren immer zwei Einheiten fest gekuppelt und von einem Führerstand aus zu bedienen.
Elektrik von Siemens-Schuckert-Werke (SSW): Die Anlagen bestanden aus: Hauptgenerator, Erregergenerator, 4 Fahrmotoren. Die Motoren konnten parallel oder in Reihe geschaltet werden, je nach Anwendungsfall Transport oder Verschub.

 

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Eisenbahndienst

Die ersten zwei Doppeleinheiten verschoben das erwähnte Geschütz Dora auf der Halbinsel Krim bei der Belagerung von Sewastopol. Die anderen zwei Doppeleinheiten kamen auch an der rumänischen Schwarzmeerküste und an der Kanalküste während der alliierten Invasion zum Einsatz. Nach dem Krieg befand sich nur noch eine schwer beschädigte Einheit in den Westzonen im fränkischen Raum, die den "Allied Forces D" unterstellt war. Eine andere Einheit fand sich bei einem Altmetallhändler in Amsterdam (!) wieder. In der Inventarliste der "Allied Forces" sammelten sich nach und nach noch weitere 4 Einzelfahrzeuge in relativ gutem Zustand, so dass sich die noch junge Deutsche Bundesbahn wegen der allgemein angespannten mangelnden Fahrzeuglage 1949 entschloss, zwei Einheiten bei Krauss-Maffei zu überholen und herrichten zu lassen. Die bereits 1950 fertiggestellten Maschinen erhielten die Nummern V 188 001 a/b und V188 002 a/b.
Sie wurden als Schiebelokomotiven auf der Spessart-Rampe Frankfurt-Würzburg eingesetzt. Die dritte vollständige Einheit von den "Allied Forces" wurde nicht mehr aufgearbeitet. Sie blieb als Ersatzteilspender erhalten. Bei einem Brand im Maschinenraum bei Bamberg wurde eine Doppelmaschine stark beschädigt.
1957 begann die Umrüstung der interessanten Lokomotiven auf die neuen Zwölf-Zylinder-Maybach-Motoren von 1100 PS, sowie extra Reduktionsgetriebe für die Generatoren. V188 001 musste wegen zu hoher Unterhaltskosten 1969 ausgemustert werden. V188 002, später 288 002 blieb
noch bis 1972 im Nürnberger Raum. Veschrottet wurden beide Maschinen 1973 bei der Fa. Layritz in Penzberg.
Bei diesen Maschinen handelte es sich um eine im Kriege entstandene Sonderkonstruktion, die nicht Anspruch darauf erheben kann, mit den aus ihr gewonnenen Erfahrungen auf die heutige Fahrzeugentwicklung Einfluss
gehabt zu haben.

Wer noch Interesse an den Eisenbahngeschützen hat, möge bitte meine Seiten dazu besuchen. (Klick)

 

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technische Daten

 

Betriebsnummern

V 188 001 a/b
V 188 002 a/b

Radsatzfolge

Do+Do

Spurweite

1435 mm

Länge über Puffer

22510 mm

Radsatzstand einer Do Einheit

6000 mm

Gesamt Radsatzstand

16350 mm

Größte Höhe am Dachscheitel

4445 mm

Größte Breite

2910 mm

Triebraddurchmesser

1250 mm

Kleinster befahrbarer Gleisbogen

150 m

Fahrzeugmasse mit vollen Vorräten

150 t

Achsfahrmasse bei vollen Vorräten

18,75 t

zulässige Höchstgeschwindigkeit

75 km/h


Dieselmotor Maybach MD 650 (je Do Einheit)

Leistung in 400 m Höhe,
30 Grad Lufttemperatur

1000 PS
736 kW

Drehzahl U/min

1500

Zylinderzahl

12

Hubvolumen (Liter)

64,5


Elektrische Stromversorgung (je Do Einheit)

Hauptgenerator Siemens 710V aGV 350/32

640 kW

Erregergenerator Siemens 200V aGV 241/6

5 kW

Hilfsgenerator Siemens 22V aGV 300/13

45 kW

Lichtgenerator Siemens 24V Dp1f

2,5 kW

Zwei Starterbatterien DIN 72311, Spannung

12 V


Leistungsübertragung (je Do Einheit)

Anzahl der Tatzlagerfahrmotoren

4

Leistung je Fahrmotor Siemens D 2432a

178 kW


Konstruktions- und Lieferfirmen

Friedrich Krupp, Essen

Fahrzeugteil

Maybach, Friedrichshafen

Dieselmotoren

Siemens-Schuckert-Werke, Erlangen
BBC, Mannheim

Elektrische Ausrüstung

Erstes Baujahr

1940

   

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Lebenslauf

 

D311.01 a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1941
Fabriknummer: 2198/2199

Wehrmacht D311.01 a/b
- Lok für Panzergeschütz "Dora" (Einsatz in der Sowjetunion auf der Krim 1942. Späterer Einsatz beim Beschuss von Leningrad war auf Grund des Vorrückens der sowjetischen Armee nicht mehr möglich)

Verschrottet bei Krupp in Essen bzw. Kriegsverlust in der Sowjetunion. (ist bis heute nicht genau nachzuweisen)

 

D311.02 a/b  -  V188 003a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1941
Fabriknummer: 2200/2201

Wehrmacht D311.02  a/b
- Lok für Panzergeschütz "Dora" (Einsatz in der Sowjetunion auf der Krim 1942. Späterer Einsatz beim Beschuss von Leningrad war auf Grund des Vorrückens der sowjetischen Armee nicht mehr möglich)

-> 1945 Krupp 
-> 1951 DB (V188 003 a/b) - von Krupp 1951 an DB verkauft
-> geplante Instandsetzung wurde nicht durchgeführt, die Doppellok diente nur noch als
     Ersatzteilspender

 

D311.03 a/b  -  V188 001a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1942
Fabriknummer: 2468/2469

Wehrmacht D311.03 a/b
- Lok für Panzergeschütz "Schwerer Gustav 2" (da Gustav nicht fertig gestellt wurde, kam die Lok nicht mehr mit diesem Geschütz zum Einsatz)

->           1945 DB V188 001 a/b nach Kriegsende 1945 im Raum Nürnberg aufgefunden
-> 1948-1949 Instandsetzung der Lok (grüner Anstrich)
-> 1949-1958 im Bw Aschaffenburg. Dort 04.1954 abgestellt wegen technischer Mängel
->           1958 Umrüstung auf 12-Zylinder Maybach Motoren MD650
->           1958 roter Anstrich mit schwarz lackiertem Rahmen
-> 1958-1968 Bw Gemünden, U2 Untersuchung 1965
-> 1968-1969 Bw Bamberg
                         Die Lok wurde nicht mehr auf die Computer-Betriebsnummer umbeschriftet
-> 11.09.1968 abgestellt wegen Schaden am Hauptgenerator
-> 03.07.1969 "z"- gestellt im Bw Bamberg
->+25.09.1969 ausgemustert durch DB-Verfügung vom 22.09.1969.
                           Geplanter Ersatzteilspender für 288 002-9.
->       11.1969  abgestellt gesichtet bei der Schrottfirma Fa. Layritz in Feldkirchen bei
                           München
-> + + 01.1970 verschrottet durch Fa. Layritz.

 

D311.04 a/b  -  V188 002a/b  -  288 002-9

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1942
Fabriknummer: 2470/2471

Wehrmacht D311.04 a/b
- Lok für Panzergeschütz "Schwerer Gustav 2" (da Gustav nicht fertig gestellt wurde, kam
  die Lok nicht mehr mit diesem Geschütz zum Einsatz)
- dafür gab es Einsatz für Militärzüge an der französischen Kanalküste 1943.

->            1945 als Kriegsbeute bei der NS L5 (Holland) verblieben
->      12.1949 die DB kaufte die Lok von einem niederländischen Schrotthändler in Haarlem an.
-> 1950-1951 Instandsetzung der Lok, (roter Anstrich mit rot lackiertem Rahmen, Unter-
                         scheidungsmerkmal zu V188 001)
->      11.1951 Ausstellung "Schiene und Straße" in Essen
-> 1951-1958 Bw Aschaffenburg
->      04.1954 abgestellt im Bw Aschaffenburg wegen technischer Mängel
-> 1955-1957 Umrüstung auf 12-Zylinder Maybach Motoren MD650
-> 1958-1968 Bw Gemünden, U2 und Indusi Einbau (1964-1968)
->           1968 Umbeschriftung der Lok in 288 002-9 a/b
-> 1968-1971 Bw Bamberg
->      11.1971 Lok wurde wegen einem Riss im Tank abgestellt. (aufwändige und teuere
                         Reparatur)
-> 22.12.1971 "z" gestellt im Bw Bamberg
-> 23.12.1971 Überführung in das Aw Nürnberg (blieb dort bis 09.03.1973)
-> 15.06.1972 ausgemustert via DB-Verfügung vom 09.06.1972
->  1972/1973 Verkauf der Doppellokomotiven nach Italien oder Jugoslawien kam nicht
                          zustande
-> ++ 09.1973 verschrottet durch Fa. Layritz in Feldkirchen bei München.

 

D311.05 a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1943
Fabriknummer: 2904/2905

Wehrmacht D311.05 a/b 
durch Kriegseinwirkung während der Fertigung bei Krupp zerstört.
Die Fabriknummer wurde später anderweitig vergeben.

 

D311.06 a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1943
Fabriknummer: 2906/2907

Wehrmacht D311.06 a/b 
durch Kriegseinwirkung während der Fertigung bei Krupp zerstört.
Die Fabriknummer wurde später anderweitig vergeben.

 

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Betriebsbuchauszüge

 

D311 01a/b  -  V188 001

Betriebsbuchauszug-V188001a/b Betriebsbuchauszug-V188001a/b Betriebsbuchauszug-V188001a/b
Betriebsbuchauszug-V188001a/b Betriebsbuchauszug-V188001a/b Dies sind Kopien aus dem Original- Betriebsbuch des VM Nürnberg

 

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Fahrplan / Dienstplan

 

Fahrplan Heft 9 Nürnberg 1971-1972

Fahrplan Heft9 Nürnberg 1971-1972 von 288-002-9, Teil 1 Fahrplan Heft9 Nürnberg 1971-1972 von 288-002-9, Teil 2

 

Dienstplan DL 288

Dienstplan Vorderseite von 288-002-9 Dienstplan Rückseite von 288-002-9

 

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Bilder
(beim Anklicken mit der linken Maustaste öffnet sich ein neues Fenster mit dem Bild im Großformat)

Fabrikschild in Privatbesitz von M.L.

1937-1945

"Schwerer Gustav 2" auf dem Artillerieversuchsschießplatz des Heeres in Rügenwalde/Pommern 1943 D311: Blick vom fertig aufgebauten Geschütz, ebenso Rügenwalde/Pommern Werksaufnahme von D311.01a/b + D311.02a/b bei Krupp 1941
Blick vom fertig aufgebauten Geschütz Gustav2 auf dem Artillerieversuchsschießplatz des Heeres in Rügenwalde/Pommern 1943 D311 mit Tarnanstrich auf dem Bahnhof Bachtschissaraj Fahzeugaufstellung hinter dem Gechütz Dora während des Ladevorgangs. Dahinter: Geschoss-, Kartusch- und Temperierwagen. Belagerung von Sewastopol

Fotos von: Bundesarchiv Koblenz, Militärarchiv Freiburg, Hist. Archiv Fried. Krupp GmbH-Essen

 

1946-1971

V188 001a+b  Foto=?
V188 001a+b
Foto: Krupp
V188 001a+b   Foto=?
V188 001a+b
Foto: Krupp
288 002-9 in Bamberg   Foto=?
288 002-9 in Bamberg
V188 002a   Foto: Gerhard Moll
V188 002a
Foto: Gerhard Moll
V188 002b   Foto: Gerhard Moll
V188 002b
Foto: Gerhard Moll
V188 001b   Foto: BKW-VA
V188 001b
Foto: BKW-VA
1949 im Bw Aschaffenburg mit Aufschrift: "Deutsche Reichsbahn"
1949 im Bw Aschaffenburg mit Aufschrift: "Deutsche Reichsbahn"
1949 im Bw Aschaffenburg mit Aufschrift: "Deutsche Reichsbahn"
1949 im Bw Aschaffenburg mit Aufschrift: "Deutsche Reichsbahn"
V188 002 bei Sterbfritz. Fotograf: Carl Bellingrodt
V188 002 bei Sterbfritz.
Foto: Carl Bellingrodt
V188 im Bw Gemünden, 1966, Aufnahme: Rolf Köstner
V188 im Bw Gemünden, 1966, Foto: Rolf Köstner
Foto: Bahn-Extra 4/1999
Foto: Bahn-Extra 4/1999
weitere Bilder gesucht

i´m looking for further pix

288 002  im AW Nuernberg am 07.10.72. Foto: hkl von www.hklnet.de
288 002 im AW Nuernberg am 07.10.72. Foto: hkl von www.hklnet.de
Archiv: Deutsche Bundesbahn
Archiv: Deutsche Bundesbahn
Foto: Bahn-Extra 4/1999
Foto: Bahn-Extra 4/1999
     
288 002-9 1970 in Laufach. Foto: Bruckmann-Verlag
288 002-9 1970 in Laufach. Foto: Bruckmann-Verlag
Foto: Dietmar Denskus
Foto: Dietmar Denskus
Foto: Dietmar Denskus
Foto: Dietmar Denskus
Bild des Führerstandes der V188, Foto: Krupp
Bild des Führerstandes der V188
Foto: Krupp
Maschinenraum  Foto: Krupp    leider nicht größer verfügbar
Maschinenraum
Foto: Krupp
Maschinenraum  Foto: Krupp    leider nicht größer verfügbar
Maschinenraum
Foto: Krupp

Fotos von: (siehe jeweilige Textbeschreibung beim Überfahren mit der Maus)

 

Weitere Fotos gesucht !!!

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Farben

Nachdem ich mit Martin Treutler, der eine schöne Seite zum Modell erstellt hat, ca. zwei Dutzend eMails über die Farbgebung der V188 ausgetauscht habe, möchte ich hier ein paar Erkenntnisse hinsichtlich der vorbildlichen Farbwahl weitergeben. Schließlich ist es auch für viele Modellbahner interessant, ob ein Modell tatsächlich in dieser oder jener Farbe unterwegs war.

Die D311/V188/288 wurde als Zugpferd für Eisenbahngeschütze gebaut und gehörte zur ehemaligen deutschen Wehrmacht und nicht zur Deutschen Reichsbahn. Ihre Indienststellung erfolgte 1941. Es ist davon auszugehen, dass die Loks in der grauen Farbe der Wehrmacht abgeliefert wurden. Zwei der Loks wurden während der Belagerung von Sewastopol mit einer Wintertarnung versehen. Dabei dürfte es sich um feldmäßig aufgebrachte weiße Kalkfarbe gehandelt haben.
Die Temperierwagen erhielten die selbe Farbgebung, wie die Lokomotiven.

Bei der Wiederinbetriebnahme der Lokomotiven Ende der 40er Jahre erhielt die nun als V188 bezeichneten Maschinen einen Dachaufsatz und wurde grün lackiert:

V188 001 war bis 02.1958 tannengrün lackiert, mit schwarzem Zierstreifen. Ab Dezember 1958 erhielt sie die Standardlackierung in rot, mit schwarzem Rahmen.


V188 002 war bis 01.1957 tannengrün lackiert und erhielt ab November 1958 die Standardlackierung der Dieselloks mit rotem Rahmen (nicht abgesetzt), ohne schwarzem Streifen an der Kastenunterkante. Der Dachaufsatz entfiel.

Gegen Ende ihres Einsatzes erhielt sie auch die Computernummer.

 

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Modell

Falls Ihr eine wunderschöne Seite über die Lima-V188 sehen wollt, klickt hier einfach auf die Seite von Martin Treutler. Alleine die Liste der Modelle ist sehenswert !

V188 Lima von Hans Pfeiffer   www.hp-pfeiffer.de V188 Lima von Hans Pfeiffer   www.hp-pfeiffer.de V188 Lima von Hans Pfeiffer   www.hp-pfeiffer.de

Miba-Report
(von Bernd Beck und Bernd Zöllner)

Nicht zum ersten Mal erscheint in H0 ein Modell dieser Doppellokomotive. Rund 20 Jahre ist es her, dass Günther und in dessen "Kielwasser" einige Zeit später Lima sich an dem schweren Brocken versuchten. Nun hat Märklin sein H0-Modell ausgeliefert.

Als Vorbild für seine erste Modellausführung der "Wehrmachtslok" V 188 wählte Märklin die V 188 001 im Zustand von 1955, als die Lok noch den alten 940-PS-Motor von MAN besaß. Nach außen sichtbar wird diese Motorbestückung an den "Oberlichtern" über den Motorräumen. Wie bei Märklin üblich, sind die Aufbauten des Modells fast komplett aus Metalldruckguss gefertigt. Dach und Seitenwände sind an einem Stück gespritzt und mit Kunststoffdetails bestückt.

Die bereits erwähnten "Oberlichter" sind als Kunststoffteile separat auf das Dach gesetzt. Damit bleibt formtechnisch die Möglichkeit gegeben, auch zeitlich spätere Varianten ohne den Lüfteraufsatz im Modell zu realisieren, wovon Märklin sicher Gebrauch machen wird. Unter einer zweiten, kleineren Klappe auf dem Dach ist die Gehäusebefestigungsschraube verborgen. Beide Kunststoffteile sind in Dachfarbe lackiert, so dass der Materialunterschied nicht auffällt.

Alle Einzelheiten und Nieten am Gehäuse sind fein graviert. Die Griffstangen an den Führerstandstüren sind aus Draht eingesetzt, während die Trittstufen aus Kunststoff bestehen. An diesen Tritten sind sogar die Gitterroste eingraviert. Alle Fenster sind von außen bündig eingesetzt. Leider sind an diesen Teilen zusätzliche Innenrahmen sowie die Rastnasen von außen sichtbar. Hinter den Fenstern des Maschinenraums verwehren Blenden aus Kunststoff den Blick auf die Modelltechnik. .

Die Lokkästen sind mit weiteren angesetzten Teilen komplettiert: nach vorn gebogene Pfeifen, Lampen neben den rechten Türen (s. MIBA 4/98, Seite 22) und Zughaken in den Kunststoff-Pufferträgern. Diese klemmen auf Halterungen am Gehäuse. Nicht freistehend angesetzt sind dagegen die Signalhalter an der Front. Die aus Stahl gedrehten Pufferteller haben statt einer gewölbten (rechts) und einer glatten Fläche (links) beide eine gleichartige, leichte Wölbung - eine Vereinfachung, die nicht mehr zeitgemäß ist..

Die Übergangstüren an den Rückseiten sind angedeutet, jedoch nicht verglast. Dies fällt jedoch beim normalen Betrieb auf der Anlage nicht auf. Auffällig ist schon mehr die nicht gelungene Partie um das obere Spitzenlicht: hier wurde aus formtechnischen Gründen die Umrandung der Lampenfassung weggelassen, wodurch diese Stelle etwas plump wirkt.

Zwei Kunststoffblenden sind auf den Druckgussrahmen des Modells aufgeklippst und zeigen die Nachbildungen von Achslagern, Sandkästen, Sandfallrohren. Als Steckteil ist die Sifa an der jeweils rechten Seite angesetzt. Während jedoch der Rahmen matt gespritzt ist, sticht das Ansatzteil glänzend schwarz hervor.

An den Blenden ist außerdem das Bremsgestänge nachgebildet. Die dazugehörigen Bremsbacken liegen vorbildgerecht in Radebene - als separates Teil in jedem der Drehgestelle.

Die Beleuchtung wechselt mit der Fahrtrichtung vorbildgerecht weiß/rot. Die Lichtstärke ist auch bei niedrigen Fahrspannungswerten als sichtbar zu bewerten. Verwendung finden nicht Glühbirnen, sondern Leuchtdioden, die gemeinsam auf einer Platine jeweils hinter den Führerstandsimitationen aufgestellt sind.

Die seidenmatte Lackierung ist, wie es dem Zustand der V 188 Mitte der 50er Jahre entsprach, in Grün mit umbragrauem Dach ausgeführt. Die Trennkante zwischen Dach und Seitenwänden ist scharf, die Beschriftung sauber und lupenrein ausgeführt. Selbst kleinste Anschriften in den Fabrikschildern sind unter der Lupe noch lesbar. Als Untersuchungsdatum ist der 24.6.1955 angegeben - der Tag der letzten Untersuchung der V 188 001 mit dem alten 940-PS-Motor von MAN.
Bernd Beck

Technik

Bei beiden Fahrzeughälften lässt sich das Gehäuse leicht und ohne Zwängen abnehmen. Ein metallener Rahmen ruht auf zwei Drehgestellen. Das jeweils hintere Drehgestell enthält in alter Märklin-Manier den bekannten Scheibenmotor, der über ein Stirnradgetriebe die beiden komplett mit Haftreifen belegten Radsätze antreibt.

Dieses Lokmodell macht der Märklin-Metallbau-Philosophie alle Ehre und weckt durch das ansehnliche Gesamtgewicht von 765 g leider zu Unrecht große Erwartungen an die Traktionseigenschaften. Durch die Drehgestellbauweise, deren Vorteil beim Bogenlauf sicher nicht zu verachten ist, verbleibt von den 382,5 g einer Lokhälfte dem angetriebenen Drehgestell leider nur noch etwa das halbe Reibungsgewicht.

Eine Verbesserung ist auch vom zweiten Motor kaum zu erwarten, denn bei der maximal erreichten Zugkraft schleuderte im Test bereits eines der beiden angetriebenen Drehgestelle, begleitet von der märklintypischen Geräuschentwicklung.

Wären alle Achsen einer Lokhälfte in einem gemeinsamen Rahmen gelagert, nur die äußeren Achsen angetrieben, die mittleren mit Seiten- und Höhenspiel mitlaufend, könnte dieses Modell beim dann doppelt so hohen Reibungsgewicht enorme Zugkraft entwickeln! Zudem führt die um 146 % (!) zu hohe Endgeschwindigkeit zu einer schlechten Regelcharakteristik mit bescheidenen Langsamfahreigenschaften

Für die Aufnahme der Fahrzeugkupplung befindet sich an jedem Fahrzeugende ein Normschacht, der in einer korrekt und präzise arbeitenden Kurzkupplungskulisse geführt wird. Die Kupplung der beiden Fahrzeughälften ist dagegen völlig unbefriedigend. Eine am Drehgestell angeordnete Kinematik mit viel zu geringer Verlängerungswirkung hat zur Folge, dass der Abstand der Lokhälften in der Geraden unnötig groß ausgefallen ist, während sie sich im 360er Radius bedenklich nahe kommen. Eine Steigung darf in einem solchen Bogen nicht beginnen. Eine Deichsel-Anlenkung am Lokrahmen hätte hier bei breiterer Basis eine wirkungsvolle und echte Kurzkupplung ermöglicht

 

Fazit

Ein solide gemachtes Modell mit fein graviertem Gehäuse und vielen angesetzten Details, dessen technische Ausführung aber nicht dem heutigen Stand der Entwicklung entspricht.

Maßtabelle Baureihe V 188 001 von Märklin in H0

Vorbild

1:87/NEM

Modell

Längenmasse

Länge über Puffer:

22 510

258,7

260,7

Länge über Kasten:

11 080

127,4

127,4

Abstand Fahrzeughälften

350

4,0

5,2-6,8

Höhenmasse über SO

Dachoberkante (OK Dachhauben):

4 445

51,1

51,0

Breitenmaße

Breite Lokkasten:

2 910

33,4

34,5

Radstände

Gesamtachsstand:

16 350

187,9

188,8 -190,4

Lokachsstand:

6 000

68,9

68,9

Raddurchmesser:

1 250

14,4

14,0

Puffermasse

Pufferhöhe über SO:

1 050

12,1

12,5

Puffermittenabstand:

1 750

20,1

19,8

Pufferlänge:

650

7,5

7,5

Radsatzmaße entsprechend Märklin-Werksnorm

Radsatzinnenmaß:

-

14,4-0,2

14,2

Spurkranzhöhe:

-

1,35+0,05

1,4

Spurkranzbreite:

-

0,9+0,1

0,9

Alle Maße in mm

Messwerte V 188

Gewicht Lok:

765 g

Haftreifen:

8

Messergebnisse Zugkraft

Ebene:

162 g

3% Steigung:

136 g

Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)

Vmax:

185 km/h bei 12 V

VVorbild:

75 km/h bei 9,8 V

Vmin:

ca. 10 km/h bei 7,2 V

VNEM zulässig:

105,0 km/h bei 16 V

Auslauf

 

aus Vmax:

450 mm

aus VVorbild:

83 mm

Lichtaustritt

vorn:

ab 46 km/h bei 8 V

hinten:

ab 46 km/h bei 8 V

ungefährer Ladenpreis

Euro 240,-

 

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Literatur

"Die Diesellokomotiven der Wehrmacht - Die Geschichte der Baureihen V20, V36 und V188" von Stefan Lauscher.
EK-Verlag Freiburg 1999. 592 Seiten DIN A4, gebunden, 517 Fotos, 167 Zeichnungen, zahlreiche Tabellen. EK-Verlag, Postfach 500 111, 79027 Freiburg.
Preis: ca. 45,--Euro 

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